SLIP IN AND GET THE JOB DONE

 

 

Objekt, 2024/25, Print auf Gabardine, Füllung Steppstoff

Und wir fangen gerade erst an, Verein der Düsseldorfer Künstler VdDK 1844, Kunsthalle Düsseldorf
Libre? (Projekt des Collectif le Marronnier), 
Abbeville, Frankreich

 

 

 

 

Weiblich gelesene Personen wurden selten als vollwertige Akteurinnen der Geschichte sichtbar gemacht - die Forschung analysiert erst langsam die Formen der geschlechtsspezifischen Zuweisung in den verschiedener Epochen. Die offizielle Geschichtsschreibung ist aber ein wesentlicher Träger des kollektiven Gedenkens und Denkens.

 

Viel häufiger treten sie als sinnbildliche Stereotypen in Erscheinung, was den Vorteil hat, dass sie so abgebildet und ausgestattet werden können, wie es dem jeweiligen Zeitgeist und den herrschenden Machtstrukturen entspricht.

 

Die „Marianne“, die hier als direkte Vorlage für „SLIP IN AND GET THE JOB DONE!“ diente, ist jene aus Eugène Delacroix' Gemälde "La Liberté guidant le peuple" (Die Freiheit führt das Volk an).

 

Die "Marianne" wird hier zur “Mutter des Landes” stilisiert, die ihre Kinder, die Bürger der Republik, schützt. 

In manchen jüngeren Zusammenhängen wird sie auch als „die Engagierte“ bezeichnet, die für Stärke, Mut und Entschlossenheit steht und eine feministische Haltung repräsentiert. 

 

Was wäre, wenn die Betrachter:innen nun dem Appell des Titels nachkämen und sozusagen „in die Haut dieser ikonischen Figur hineinzuschlüpften“? Wäre es denkbar einen guten Job zu machen in dieser „Marianne-Hülle“? An wen also richtet sich der Appell, der gleichzeitig Titel der Arbeit ist und was soll er bezwecken?

 

Geschichtsschreibung kritisch zu hinterfragen und Rollenbilder aus ihrer Zeit heraus zu sehen und stetig neu zu verhandeln.

 

 

 

2025 Kunsthalle Düsseldorf, Grabbeplatz 4, 40213 Düsseldorf

Libre? (Projekt des Collectif le Marronnier), 2024, Carmel Maisone du Patrimoinel, Abbeville, Frankreich