STUDIO X 2024
Projekt Aktion und Ausstellung
von Hendrik Müller, Silvia Liebig, Ach Kuhzunft
unter Mitwirkung des Sprechchor Dortmund
Es war DAS Pornokino in Dortmund: Studio X. Seit 2017 steht es leer. Und davor? Eine lange Geschichte … Tingeltangel seit dem 19. Jahrhundert:
Aus Schlengermanns Konzertsaal wurde 1889 das Apollo-Theater. Der Zweite Weltkrieg zerstörte das Gebäude, an seiner Stelle entstand in den
50er-Jahren das Decla-Kino mit 998 Plätzen. Spektakulär: die größte Leinwand Dortmunds! Ab 1967 hieß das Kino „Europa-Palast“ – mit noch
größerer Leinwand.
70er-Jahre: In fast jedem Haushalt steht ein Fernseher, das große Kino gerät in finanzielle Schieflage, die Betreiber verkaufen. Der folgende Besitzer widmet die Räume zum Pornokino um: Studio X. Das damals neue Genre entwickelt sich im Windschatten der sexuellen Befreiung, die Institution Pornokino integriert sich prächtig in die Nachkriegs-Gesellschaft mit ihren Konventionen.
Bei der Ausstellung Studio X geht es um diesen Ort und die Narrationen um ihn herum. Der Fokus der gemeinsamen Installation von Müller, Liebig & Kuhzunft richtet sich auf all die Facetten, Perspektiven und Geschichten, die der Ort erzählt, ergänzt um eine dokumentarische Dimension. Studio X untersucht Aspekte des Themas, verknüpft Wissen über das Kino mit Assoziationen und unerwarteten Einfällen.
Text Dr. Regine Anacker